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Bodyguard: Der neue britische TV-Superhit

Der Titel des neuen britischen TV-Superhits Bodyguard lässt im ersten Augenblick an Soul-Legende Whitney Houston denken. Doch von der ist in der englischen Serie weit und breit nichts zu sehen. Und das ist gut so. Anders als im rührseligen Hollywood-Schinken mit Kevin Costner drückt das Werk aus der Feder von „Line of Duty“-Autor von der ersten Minute an voll auf das Gaspedal.

Ein neuer James Bond?

Die englische Presse zeigte sich von der Performance des Hauptdarstellers Richard Madden so begeistert, dass er bereits als neuer James Bond gehandelt wird. Dass der ehemalige „Game of Thrones“-Darsteller im Anzug eine ausgezeichnete Figur macht, kann er in „Bodyguard“ beweisen. Daher ist es kein Wunder, dass die Briten sich bereits Madden als neuen Geheimagenten im Dienste ihrer Majestät vorstellen, der in spektakulären Stunts und fabelhaften Casinoszenen wie im Film „Diamantenfieber aus 1971, glänzt. Sean Connery gab damals den ersten James Bond. Offenbar trauen viele dem Schauspieler Richard Madden zu, einen weiteren denkwürdigen Agenten im Film aus der Feder von Ian Flemming abzuliefern.

Das Fernsehen sieht sich heute einer schier übermächtigen Anzahl von Gegnern gegenüber. Das ehemals unschlagbare Medium für alle kämpft an sämtlichen Fronten, um weiterhin Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Video-Plattform YouTube zieht Menschen massiv vom TV ab. Streaming-Giganten wie Netflix und Amazon Video präsentieren neue Serien im Wochentakt und Spieleklassiker früherer Tage haben auf den beliebtesten Konsolen, wie der PlayStation oder der Xbox, längst die Wohnzimmer dieser Welt erobert. Das Fernsehen kann nur dagegenhalten, wenn es ihm gelingt, außergewöhnliche Produktionen zu schaffen und sich weiterzuentwickeln. Die traditionelle britische TV-Anstalt BBC hat mit „Bodyguard“ ein Stück Qualitätsfernsehens geschaffen und im Finale bis zu 17 Millionen Briten an die TV-Bildschirme gelockt. Statt die neuen Streaminggiganten zu bekämpfen hat man sich für den internationalen Markt zu einer Kooperation entschlossen und die Serie an Netflix verkauft.

Die Story

David Budd, gespielt von Richard Maden vereitelt einen Anschlag im Zug, als er gerade mit seiner Familie auf dem Weg nach Hause ist. Die spektakuläre und extrem spannende Rettungsaktion erregt Aufsehen, Sergeant Budd wird als persönlicher Leibwächter zur britischen Innenministerin Julia Montague, gespielt von „Line of Duty“-Star Keeley Hawes versetzt. Dort tritt der schwer traumatisierte Veteran seinen Dienst an und überzeugt erstmal mit einen lakonischen „Yes Ma’am“.

Wenig überzeugt von den politischen Ansichten seiner neuen Chefin findet sich Budd sehr schnell mitten in einem politischen Hexenkessel wieder. Weder die Polizeibehörden, noch Parteifreunde haben viel Freude mit der ehrgeizigen Ministerin, die offenbar plant den Sessel des amtierenden Premierministers zu erobern. Dafür scheint ihr jedes Mittel recht. Wie ihr neuer Leibwächter schnell feststellen muss, schreckt sie sogar vor Erpressung nicht zurück. Damit nicht genug, wird die Innenministerin unter Beschuss genommen. Ein erster Angriff scheitert, es scheint nur eine Frage der Zeit bis die Täter neuerlich zuschlagen werden. Der dramatische Verlauf einer Rettungsaktion bringt die beiden Protagonisten in eine emotionale Ausnahmesituation und es kommt, was kommen muss. Budd beginnt eine Affäre mit seiner Chefin. Die Polizei, von Julia Montague stark unter Druck gesetzt die Anschläge aufzuklären, fordert von Sergeant Budd die Ministerin abzuhören, um Einblick rund um die Vorgänge zu erhalten. Widerwillig fügt sich Budd den Anweisungen und sticht damit in ein Wespennest.

Binge-Watching: Bodyguard - die perfekte Serie (Pixabay)

Binge-Watching: Bodyguard – die perfekte Serie (Pixabay)

Fesselnde Action

Zu Zeiten von „Binge-Watching“, dem stunden- oder tagelangen Schauen von Serien, fesselt „Bodyguard“ an den Bildschirm. Lediglich eine einzige Folge anzusehen ist nur kaum möglich. Wie schon bei seinem letzten Projekt, der Polizeiserie „Line of Duty“ versteht es Autor Jed Mercurio meisterhaft die Spannungschraube gnadenlos anzuziehen.  Damit nicht genug, überrascht die Serie zu Beginn der zweiten Hälfte, also ab Folge vier, mit einem völlig unerwarteten Bruch in der Story. Wer glaubt das Rätsel längst entschlüsselt zu haben, wird mehrmals mit dem Gegenteil konfrontiert. Die Auflösung passiert buchstäblich in der letzten Szene und sorgt für Staunen. Die Antwort auf die folgenden Fragen führt den Seher mehrmals auf das Glatteis: Wer ist gut? Wer ist böse? Die Verhandlungen über Staffel zwei laufen bereits auf Hochtouren. „Bodyguard“ mit Richard Madden ist in Deutschland bei Netflix abrufbar.

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